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Gleitschirm-Fliegen ist...

 

Kein Funsport

Gleitschirm-/Miniwing-Fliegen ist mehr als ein Bungeesprung oder Urlaubsabenteuer. Gleitschirmfliegen ist für viele sogar noch mehr als ein Hobby. Übrigens ein sehr anstrengender und gefährlicher Sport.


Die tragenden Säulen beim Fliegen sind für uns Fitness, Ausdauer, Geduld und eine perfekte Ausrüstung.
Körperlich und geistig ausgeglichen zu Starten ist auf jeden Fall immer das oberste Ziel.


Für uns ein Flug-Sport, den wir mit Leidenschaft ausüben und dieses auch so an euch weitergeben wollen.

 

 



Der Pilot und seine Ausrüstung


Nachfolgender Text soll nicht nur dazu dienen, Piloten das Gleitschirmfliegen zu erklären, sondern auch zum Nachdenken und Vergleichen anregen.

Viele Freiflieger sind mit zum Teil ungeeigneter Ausrüstung am Start. Die Ausrüstung wird oft ohne entsprechende Beratung und ausgiebigem Test gekauft, Gurtzeuge mit zu kurzer oder gar keiner ordentlichen Sitzprobe angeschafft.

Körpermaße und Gewicht sind oft nicht sauber auf die Ausrüstung abgestimmt. Dabei gehört gerade das sehr fein aufeinander abgestimmte Zusammenspiel von Pilot, Gurtzeug und Gleitschirm zu dem wohl wichtigsten Punkt an der Basis.

Erst die aufeinander abgestimmten Komponenten vermitteln dem Piloten das entsprechende Feingefühl, somit den Flugspaß und die nötige Sicherheit beim Start und anschließendem Fliegen. Gewährt die Ausrüstung diese Einheit nicht (wie z.B. ein nicht auf die Körpermaße zugeschnittenes Gurtzeug oder ein zu großes Gleitsegel), ist Frust und manchmal auch Gefahr beim Fliegen vorprogrammiert. Es stellt sich unsicheres Fliegen ein, das seine störenden Begleiterscheinungen meist schon beim Handling oder dem gefährlichsten Teil, dem Startablauf, zeigt.
 




Das Gurtzeug

 

Der richtige "Sitz" gehört ebenso dazu wie die richtige Wahl des Gleitsegels. Viele verschiedene Varianten an Gurtzeugen werden mittlerweile beworben und angeboten. Die Freude über das Schnäppchen ist schnell vergessen, wenn unpassende Ausrüstungskomponenten zu Einschränkungen führen, die dann aber bei Wenigfliegern meist über Jahre in Kauf genommen werden. 

Ein zu großes oder zu kleines Gurtzeug ist einfach nur gefährlich und führt immer wieder zu tödlichen oder schweren Abstürzen. Man sollte vor dem Kauf eines Gurtzeug mindestens eine Stunde in entsprechender Kleidung drin gesessen haben, um zu spüren, wie bequem oder unbequem bei bestmöglicher Einstellung das Gurtzeug überhaupt ist. 

Auch der weiterführende Praxistest ist sehr wichtig vor dem Kauf.

 

 


Der Retterwurf


Der Retterwurf unter Belastung ist nicht so einfach, wie viele gelernt oder bis dato gedacht haben....

Für uns bleibt die Frontrettung weiterhin das Maß der Dinge, da die Rettung im Sichtfeld liegt und somit nicht vorbei gegriffen wird. (Greift der Pilot einmal vorbei, sind die ersten oder letzten ca. 50 Höhenmeter pfutsch...)

Hat der Pilot eine entsprechende Sitzposition, besitzt er zudem die beste Hebelkraft zum Ziehen der Rettung. (siehe Video unten - bei Minute 2:17)

Vorsicht! Nicht jedes Gurtzeug besitzt ein funktionstüchtiges Rettungssystem, wie im nächsten Video zu sehen ist.


Opens external link in new window>>  Retterwurftraining im G-Force-Trainer  <<

Das Rettungssystem im Gleitschirmsport

Die Kreuzkappe

Nach heutiger Erkenntnis entspricht eine Rundkappe nicht mehr dem aktuellen Sicherheitsstandard. Jeder Pilot, der ein einigermaßen ausgeprägtes Sicherheitsbewusstsein hat, sollte ein Kreuzkappe als Rettungsgerät mit sich führen.

Leider wird vom DHV in diesem wichtigen Bereich immer noch die Rundkappe sowie die veraltete LTF mit hohen Sinkwerten (6,8 m/s) empfohlen, anstatt der wesentlich strengeren EN-Norm in Europa zu folgen, die mittlerweile höchstens 5 m/s vorschreibt.

Da Rundkappen durchaus extrem pendeln, sind weit höhere Sinkgeschwindigkeiten vorhanden. Diese Werte wurden bis heute noch nie beschrieben oder in Tests vorgelegt.



Pendeln und schlechte Sinkwerte gehören nach der Entwicklung und langen Testphase der Kreuzkappe im Rettungssystem-Segment der Vergangenheit an!

Aus diesem Grund alleine kommt der Verkauf einer Rundkappe für uns auf keinen Fall in Frage!
 


Das Gleitsegel


Der Stoff aus dem die Träume sind.

Damit die Träume nicht als Alptraum enden, sollte gerade der Freiflieger nach der Ausbildung einige wichtige Punkte beim Kauf des Segels bedenken. Die wesentlichen und wichtigen Faktoren sind Größe und Agilität – also die Kappendynamik – eines Schirmes! Die Auswahl des Segels ausschließlich nach den Geräteeinstufungen zu treffen, konnte noch nie empfohlen werden, denn diese Einstufung ist zu unterschiedlich und zu ungenau!

Auch sind bei fast allen Herstellern recht vage Angaben über Geschwindigkeit zu finden. Dabei fliegt ein Gleitschirm auf 200 m Höhe viel langsamer als auf 2000 m. Auch ist der Gewichtsbereich extrem wichtig. Z.B. fliegt ein Gleitschirm meist 5-10 km/h weniger schnell als mit dem max. Anhängegewicht.

Weiter unten im Absatz "Schirmgröße" findest du weiterführende Erklärungen dazu.

Du weißt nicht so recht, welcher Schirm der Richtige für dich ist? Besuche uns auf einer unserer Touren. Nach einem gemeinsamen Flugtag beraten wir dich gerne weiterführend bei der Wahl des neuen Schirms.

Wir setzen seit einigen Jahren neben normalen Gleitschirmen Miniwings ein
, die in Sachen Sicherheit und vor allem Geschwindigkeit neue Maßstäbe im Gleitschirmsport setzen.

 

 


Die Schirmgröße

 

Das ist wohl bis heute die Masterfrage.Viele Verkäufer und Fluglehrer raten gerade für Neueinsteiger zu Schirmgrößen, wo sich der Pilot besser im unteren oder mittleren Gewichtsbereich der empfohlenen Anhängelast des Herstellers bewegen sollte.

Anhängelast (auch Startgewicht genannt) = Pilotengewicht + Gewicht des Gurtzeugs + Rettung + Gleitschirm (wird oft vergessen) + Packsack und vielleicht das Gewicht einer Getränkeflasche

Freiflieger sollten nach der Schulung im mittleren, besser noch am oberen Gewichtsbereich fliegen, weil nach der Schulung meist bei stärkerem Wind und Thermik geflogen wird.

Es wird gerade in beschriebenem unteren und mittleren Gewichtsbereich an vieles nicht gedacht. Meistens  werden z.B. die mangelnde Geschwindigkeit des Schirms bei fehlender Anhängelast nicht in Betracht gezogen. Das "Fenster" der Windgeschwindigkeit (d.h. die Windgeschwindigkeiten, bei denen noch geflogen werden kann) verkleinert sich sehr schnell. Leicht lassen sich Anfänger und Wenigflieger in diesem Gewichtsbereich zum Start verleiten, wenn sie Piloten beobachten, die ausreichend Fahrt machen. Sie vergessen aber dabei, dass diese Piloten möglicherweise einen schnelleren Schirm (u.a. auch max. Last oder über der Anhängelast) fliegen oder schon im Beinsack im Beschleuniger stehen.

Piloten, die an der Untergrenze der zulässigen Flächenbelastung ihres Schirms fliegen, erreichen bei weitem nicht die angegebene Geschwindigkeit, die in ihrem Betriebshandbuch steht und können so beim Üben, Thermik fliegen und Soaren bei auffrischenden Winden sehr schnell zum Spielball werden.

Rückblickend auf über 20 Jahre Gleitschirmausbildung und Unfallstatistik kann nach derzeitigem Wissensstand nur jedem ambitionierten Freiflieger geraten werden, nach der Grundausbildung zum A-Schein ein weiterführendes Training sowie ein Sicherheitstraining unmittelbar zu absolvieren. Dieses Training versetzt den Freiflieger erst in die Lage, eigenständige Aussagen und Entscheidungen beim Kauf eines Schirms zu treffen, sowie ein Probefliegen überhaupt objektiv bewerten und durchführen zu können.

Ohne entsprechende Ausbildung und aufeinander abgestimmte Ausrüstung kann man auch mit einem "nach heutigem LTF/EN-geprüftem Schirm und Gurtzeug" immer noch sehr leicht abstürzen. Es besteht nach unserer Meinung immer noch in vielen Bereichen ein veraltetes Ausbildungskonzept und Regelwerk in der Schulung. Dort beschriebene Trainingsmethoden und schlechte Ausbildungsnormen lassen immer noch falsche oder überzogene Reflexhandlungen zu. Der Flugschüler ist nach der Ausbildung meist nicht in der Lage, selbständig, sicher und befriedigend zu starten/zu fliegen oder zu landen.

Wir bieten in diesem Zusammenhang innovative Einweisungen und Handhabungen an
, die auf den einzelnen Piloten abgestimmt sind und raten unbedingt zur Weiterbildung! Ungeahnte Möglichkeiten und Fertigkeiten beim Groundhandling und Start werden dir eröffnet. Gerne beraten wir dich.

Wir empfehlen dir eine spezielle Weiterbildung auf jeden Fall vor dem B-Schein. 

Jeder Freiflieger sollte nach dem A-Schein in sich hineinhören und sich fragen:

1) Ist meine Ausrüstung ok?

2) Stimmen meine Reflexhandlungen am Boden und bieten mir diese überhaupt schon eine sichere Basis

3) Bin ich überhaupt in der Lage, sicher und ohne Risiko zu starten?

4) Besitze ich mental überhaupt schon die Fähigkeit, entsprechend sicher zu Handeln? 

 

  

Fazit


Nur eine fein abgestimmte und geprüfte Ausrüstung sowie eine Ausbildung mit begleitendem Training ermöglicht ein sicheres und vor allem freies Fliegen.

 

 


 

 

Mit Freiflieger sicher spiralen

 

Wir besuchen dazu zuerst den G-Force-Trainer, um die effizienteste Abstiegshilfe, die Steilspirale, überhaupt gefahrlos unter Anleitung üben zu können.

 

>>Video<<

 

 

 

 

Der G-Force-Trainer ist ein Fliehkraftsimulator, der für die Weiterbildung von Gleitschirmpiloten entwickelt wurde. Der große Vorteil: Man braucht keine Angst mehr vor der Einleitung der Spirale und einem ungewissen Ausgang zu haben. Auch braucht man keine 1.000 Höhenmeter unter sich und kann sich voll auf die Übungen konzentrieren.


Das Ausbildungsziel:
Der sichere Umgang mit G-Kräften.
Erlernen der Atemtechnik.
Das kontrollierte Fliegen einer Steilspirale.

In dem Zusammenhang möchten wir darauf hinweisen, dass es nicht nur darum geht, "wieviel G ich aushalte", sondern wie sich eine Spirale eigentlich anfühlt. Was mache ich richtig und was falsch und vor allem, " Wie leite ich mit der richtigen Technik eine Spirale eigentlich ein und vor allem im Grenzbereich auch wieder aus?".

Das Trainingsprogramm am „G-Force Trainer“ ist dabei in folgende Abschnitte gegliedert:

  • Theoretische Grundlagen
  • Gefahreneinweisung und technische Einweisung am Trainingsgerät
  • Simulator-Training mit Steigerung der G-Belastung mit individueller Abstimmung auf den Piloten und Erlernen des Anti-G-Straining Manövers
  • Erlernen der Bewegungsabläufe für Ein- und Ausleitung der Steilspirale mit Fehleranalyse
  • Optimierung der Gurtzeugeinstellungen (falls erforderlich)
  • Kennenlernen der körperlichen Grenzen bis zum beginnenden Blackout
  • Erweiterung der Grenzen durch die Technik „Anti-G-Straining Manöver“
  • Auslösung des Rettungsgerätes aus dem eigenen Gurtzeug bei hoher G-Belastung (4G).
  • Auswertung mit Nachbesprechung
  • Videoanalyse und Filmbeitrag deines Trainings auf Anfrage

 

Die Vorteile des Simulator-Trainings: 

  • Lernen unter realen, aber kontrollierten Bedingungen
  • Begrenzung der maximalen G-Last auf jeden beliebigen Wert
  • Vorbereiten und Einüben von Abläufen in schwierigen Notfallsituationen (Blackout-Gefahr bei unbeabsichtigt herbeigeführten Fliehkraftbelastungen z.B. Spiralsturz nach Verhänger oder Kollision)
  • Beobachtung aus der Nähe: Fehler oder Unachtsamkeiten in der Stresssituation bleiben nicht verborgen und können dadurch korrigiert und im Ablauf gefestigt werden.
  • Die Rettungsauslösung kann gefahrlos getestet/geprüft werden
  • Du kannst ungestört deine Körperbewegungen auch in Verbidung mit deinem Gurt kontrollieren lernen

 

Du willst auch sicher Spiralen?

Dann melde dich schon jetzt für das nächste G-force-Training an.

Sende uns zur Teilnahme einfach eine Mail an: info@freiflieger.eu


Nächster Termin: 14.-17. April 2017

Preis pro Teilnehmer: 149,00 Euro | ab 5 Personen: 128,00 Euro pro Teilnehmer



Das Sicherheitstraining


Einer der wohl wichtigsten Trainings-Termine im Jahr eines Piloten.

Du solltest deinen Flügel (vor allem den Neuen) ganz genau kennen/kennen lernen und auf all seine Reaktionen, gerade bei Schirmstörungen gefasst sein, um "reflexartig richtig zu handeln". Besitzt du nicht diese Sicherheit, wirst du nie ganz entspannt und frei fliegen.

Im angebotenen Sicherheitstraining, das wir dieses Jahr wieder am Hallstätter See im Rahmen unserer Dachsteintour anbieten, entwickelst du dich schnell zu einem sicheren Piloten mit entsprechenden Reflexhandlungen.

 

 

Das Training im Detail

 

Die wenigstens wissen um die Entstehung und vor allem die Entwicklung des Sicherheitstrainings.

Wir empfehlen und besuchen nun schon sehr viele Jahre das Training am Hallstätter See.

 

>> Zur Geschichte des Sicherheitstrainings und vieles mehr <<

 

 

  • Nicken
  • Rollen
  • Beschleunigen
  • Seitliche Segeleinklapper aus Trimmgeschwindigkeit und beschleunigtem Flug
  • Frontale Segeleinklapper aus Trimmgeschwindigkeit und beschleunigtem Flug
  • Erfliegen der Stallgrenze
  • Einseitiger Strömungsabriss (Negativ im Ansatz)
  • Fullstall (Negativ Stalls)
  • Ohrenanlegen (Big Ears)
  • B-Stall
  • Spirale (Steilspirale mit Vorbereitungs-Kurs "G-force-Training")
  • G-kraftreduziertes Spiralen auf Anfrage
  • Rettungsgerätewurf
  • Twist
  • Flugtechnik zum Vermeiden kritischer Flugzustände in Bodennähe

 

 

 

 

Viel Spielraum auch am Startplatz

Unser FREIFLIEGER Preis für 3 Trainingstage: 360,00 Euro

Nächster Termin 8. Juni - 10./11 Juni 2017

 

 

 


Grenzbereiche sind wichtig in unserem Sport

 


Da es sich beim Gleitschirmfliegen im allgemeinen Sinne beim Zuschauer/Bürger schon um ein Wagnis handelt, wird die spezielle Art des Fliegens (Acrofliegen, Proximity, usw.)  oft von einigen Piloten mit wenig Verständnis und oftmals sogar mit viel Argwohn belegt.


Ein Wagnis ist aber immer ethisch legitim, wenn es von Kompetenz und Verantwortungsfähigkeit getragen wird. Es sollten auch gewisse Werte hinter diesem Handeln stehen. Auf jeden Fall ist es wichtig, den Übermut und das Bauchgefühl nicht aus den Augen zu verlieren... ;-)

Ambitionierten Piloten sollten ihre persönlichen fliegerischen Fähigkeiten mit Freunden nutzen, um Grenzen zu ertasten.

Öffentliche Veranstaltungen, Wettkämpfe usw. spornen zwar zu Höchstleistungen an, stehen aber unseres Erachtens immer mit viel Druck und Stress in Verbindung und erhöhen extrem das Unfallrisiko.


Zur Anregung führen wir noch folgende Zitate des Glücksforscher Mihály Csíkszentmihályi an.

Der Mensch hat ein Recht auf Glück. Dieses Glücksstreben darf man auch im gekonnten Ausleben von Flugträumen realisieren. Es steht "anders orientierten Menschen" nicht zu, ihre eigenen Wertvorstellungen auf andere zu projizieren.

Abschließend möchten wir noch eine kleine, sicherheitstechnische Bewertung anführen.
Die Erkundung der Grenzbereiche/Leistungsgrenzen, sowie auch das der Schirme, verschafft gerade dem "Urlaubs-/Genuss-Piloten" größere Sicherheitsspielräume. Es werden Erfahrungswerte gesammelt, bewertet und Erkenntnisse fließen in die Entwicklung mit ein. Und einmal Hand aufs Herz, wer schaut sich nicht gerne die Gleitschirmvideos von z. B. Jean Baptiste an.